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Intelligentes Spielzeug Spielsachen lassen sich jetzt auch per Smartphone oder Tablet steuern

Die Vernetzung von Komponenten und Systemen etabliert sich nicht nur in der Haustechnik und im Multimedia-Bereich. Auch die Hersteller von Spielzeug setzen jetzt verstärkt auf Automatisierung, Apps und Wireless-Technologien.
Roco © Roco/Pernsteiner

Mit der Lokomotive oder dem Slot-Car-Rennwagen schnöde Runden drehen und Lego-Steine primitiv aufeinander setzen – das war vorgestern. Schon im Jahr 2004 begann bei Märklin das Plug-and-Play-Zeitalter: Seither können Loks beim Aufgleisen automatisch ihren Namen und ih­re an Bord befindlichen Funktionen (wie Licht, Glocke, Bahnhofsansage und Schaffnerpfiff) an eine Touch­screen-Digitalzentrale melden.

Im selben Jahr startete auch auf der Carrera-Rennbahn das Digital-Zeitalter und befreite die Piloten vom festen Fahrslot. Stattdessen tei­len sich bis zu sechs Autos die beiden Fahrspuren und können per Fingertipp am Fahrregler über schaltbaren Weichen die Spur wechseln. Und der Mindstorms NXT-Roboter von Lego hat bereits seit 2006 Bluetooth zur Fernsteuerung per Handy an Bord.

Die Revolution in Kinderzimmer und Hobbykeller schrei­tet unaufhaltsam voran. CONNECTED HOME zeigt an einigen Beispielen, was bereits jetzt machbar ist oder im Februar auf der Spielwarenmesse als Neuheit angekündigt wurde.

Steuerung per Smartphone oder Tablet

Auch heute noch gibt es Nostalgiker, die ihre Modelleisenbahn im Hobbykeller nach wie vor über den guten alten blauen Trafo mit rotem Drehregler bedienen. Aber bereits vor zwei Jahren starteten beim Modellbahn-Marktführer Märklin das App-Zeitalter und die Fernbe­dienung per WLAN.

Als drahtloses Bedienpult eigneten sich anfangs nur das iPhone (ab 3GS) und der iPod touch (ab Generation 3). Auf ihren Touchscreen-Displays lassen sich seither mit der Märklin Mobile Station App für 5,49 Euro nicht nur per Fingerwischer Loks beschleu­nigen und abbremsen, sondern je nach Lok bis zu 16 Licht-, Geräusch- und Bewegungsfunktionen aktivieren.

In der Galerie präsentieren wir eine Auswahl an High-Tech-Spielsachen, die sich über Smartphone oder Tablet steuern lassen.

Selbstverständlich sind die Funktionen als interaktive Buttons mit sich selbst erklärenden Icons visualisiert. Ebenso einfach lassen sich Weichen, Signale und Ent­kupplungsgleise schalten.

Als Gegenpart fürs iPhone benötigt der Märklinist an seiner Modellbahn-Anlage die digitale Steuereinheit Central Station.

Samt dazugehörigem 5-Ampère-Schaltnetzteil ist sie zwar mit einem stolzen UVP von knapp 900 Euro gelistet, dafür enthält sie aber einen Linux-Bordcomputer und einen großen Farb-Touch­screen. Es lassen sich gleichzeitig zwei Loks steuern oder beispielsweise die Weichen wie bei der echten Bahn über ein virtuelles Gleisbildstellpult schalten. Die Zentrale wird per RJ45-Netzwerkkabel mit dem Heim-Router verbunden und erhält so auch gelegentlich Firmware-Updates. 

Die Märklin-App zur Fernbedienung von Loks kommt im Frühjahr auch für Android-Tablets auf den Markt. © Archiv
Die Märklin-App zur Fernbedienung von Loks kommt im Frühjahr auch für Android-Tablets auf den Markt.

Paral­lel zur Touchscreen-Digital­zentrale können auch mehrere iPhones genutzt werden. Und inzwischen lässt sich auch das iPad in die Märklin-Welt einbinden. Mit der dazuge­hörigen Märklin Main Stati­on App zum Preis von 10,99 Euro können auf dem Screen gleichzeitig bis zu acht Loks gesteuert werden.

Alternativ lassen sich auch Lokfahrpulte und Weichen-Schalt-Tableaus ge­mischt darstellen. Bislang war der WLAN-Modellbahn­spaß bei Märklin allerdings auf die Apple-Welt be­schränkt. Das wird sich jetzt ändern, denn noch im Frühjahr sollen auch im Google Play Store Märklin-Apps angeboten werden.

Mit richtigem Lok-Führerstand

Der österreichische Modellbahnhersteller Roco ging gemeinsam mit der deutschen Traditionsmarke Fleisch­mann Anfang 2012 noch einige revolutionäre Schritte weiter. Sie entwickelten die kompakte Blackbox-Digi­talzentrale Z21 mit integriertem WLAN-Router. Zuguns­ten des deutlich preiswerteren UVP von nur knapp 400 Euro (inklusive Schaltnetzteil mit 3 Ampère) wurde hier auf sämtliche lokalen Bedienelemente verzichtet. Statt­dessen werden Loks, Weichen und mehr ausschließlich per Smartphone oder Tablet gesteuert. 

Die Z21-App gibt es seither sowohl für iPad & Co. als auch für Android-Geräte – erfreulicherweise kostenlos. Auf einem Einsteiger-Tablet des Versandhändlers Pearl mit 7-Zoll-Display lassen sich etwa sehr bequem zwei Loks gleichzeitig bedienen. Für jede Lok können hier sogar bis zu 24 Funktionen ausgelöst werden – die Fol­ge ist, dass man etwa bei aktuellen Roco-Loks drei verschiedene Bahnhofsansagen und einen Schaffner­pfiff auslösen kann oder das markante normalerweise bei Kurvenfahrten des Vorbilds auftretende Spurkranz­quietschen nachgebildet wird. 

Doch damit nicht genug: Wer möchte, kann seine Loks mit dem Tablet wie auf einem echten Führerstand steu­ern und die entsprechenden Hebel per Fingertipp akti­vieren. Zum kostenlosen Lieferumfang der Z21-App ge­hört der fotorealistisch nachgebildete Führerstand der modernen österreichischen Elektrolok Taurus. Wer bei­spielsweise den Führerstand der legendären amerikani­schen Dampflok Big Boy oder einer Diesellokomotive auf seinem Tablet erleben möchte, muss diesen gegen Auf­preis aus dem Internet herunterladen.

Live aus dem Führerstand: Bei Roco kann man bereits heute die Loks auf dem Tablet wie in einem richtigen Führerstand fahren. Im Laufe des Jahres kommt sogar noch in die erste Lok eine Kamera für den Video-Livestream aus dem Führerstand. © Archiv
Live aus dem Führerstand: Bei Roco kann man bereits heute die Loks auf dem Tablet wie in einem richtigen Führerstand fahren. Im Laufe des Jahres kommt sogar noch in die erste Lok eine Kamera für den Video-Livestream aus dem Führerstand.

Und im Laufe des Jahres geht Roco nochmals einen Schritt weiter, denn dann kommt eine Lok mit im Führerstand integrierter Funkkamera. Sie sorgt dafür, dass in den virtuellen Füh­rerstandsfenstern auf dem Tablet nicht mehr nur eine Fantasielandschaft gezeigt wird, sondern ein echter Live-Stream aus der Lokführer-Perspektive.

Die Fernsteuerung der Modelleisenbahn per Smartphone oder Tablet ist nicht nur den Besitzern einer Digi­talzentrale von Märklin oder Roco/Fleischmann vorbe­halten, sondern funktioniert auch mit vielen anderen Steuerzentralen. Die Entwickler entsprechender Soft­ware haben hierfür aber zum Teil sehr unterschiedliche Wege beschritten.

So bietet beispielsweise Freiwald Software mit dem TrainController eine umfassende Mo­dellbahn-Leitstand-Software für PCs, die auf Basis einer PC-WLAN-Kopplung per Smartphone ferngesteuert werden kann. Nach ähnlichem Prinzip arbeitet auch das seit 25 Jahren kontinuierlich weiterentwickelte Steue­rungsprogramm Win-Digipet von Dr. Peter Peterlin, für das es eine richtige Smartphone-App gibt.

Ähnlich wie bei den Apps von Märklin und Roco/Fleischmann ist die Modell­bahnberatung Wolfgang Marschmann vorgegangen. Sie stellte kürzlich mit Rail Manager eine reine Smart­phone-App vor, für die man keine separate PC-Modellbahn-Software benötigt. Sie ist vorerst aber nur für Digitalzentralen der Hersteller Massoth und ZIMO gedacht. Demnächst sollen auch Versionen für Zentralen von Lenz und ESU folgen.

Modellautos steuern und überwachen

Nicht nur auf dem Hobbyraum-Schienennetz macht die Heimautomatisierung riesige Fortschritte, sondern auch auf den Straßen neben den Gleisen – vorausgesetzt, man nutzt das bekannte Car System von Faller mit Akku-betriebenen selbstfahrenden Autos im Maßstab 1:87. Wie bisher können die Autos wie von Geisterhand auf Basis eines an der Vorderachse sitzenden Magnet-Lenk­schleifers fahren, der auf den Verlauf eines im Straßen­boden versteckten Eisendrahtes reagiert.

Beim Faller Car System fahren die Autos mit Hilfe eines in der Fahrbahn versteckten Leitsystems. Optional können die Autos auch mit einem Ultraschall-Sender im Fahrzeugdach ausgestattet werden. © Archiv
Beim Faller Car System fahren die Autos mit Hilfe eines in der Fahrbahn versteckten Leitsystems. Optional können die Autos auch mit einem Ultraschall-Sender im Fahrzeugdach ausgestattet werden.

In der neuesten Generation Car System Digital 3.0 ent­halten die Fahrzeuge jetzt einen bidirektionalen Funk-Decoder, der kompatibel zu den beiden gängigsten ­Mo­dellbahn-Digitalstandards ist. Im sogenannten „DCC Railcom Standard“ können sich die Autos selbst per Funk an der Master-Zentraleinheit des Car-Systems an­melden und ihre fahrzeugspezifischen Parameter über­mitteln (Geschwindigkeitstabelle, Licht, Blinker, Hupe, Martinshorn und mehr).

Modellautos fahren wie durch Geisterhand über die Modellanlage

Außerdem können die Fahrzeu­ge diverse Betriebsinformationen wie Akku-Ladezu­stand und aktuell gefahrene Fahrstufe an die Zentrale melden. Wer möchte, kann die Automodelle zudem mit einem im Autodach integrierbaren Ultraschall-Sender ausstatten und im Zimmer unter der Decke drei Ultra­schall-Ortungsempfänger montieren. Damit lässt sich dann das gesamte verlegte Straßennetz mit Abzweigun­gen und Haltepunkten vollautomatisch einlernen und auf einem Straßenplan visualisieren.

Zudem kann das Or­tungssystem auch ständig die aktuellen Positionen der Fahrzeuge erkennen. Dadurch lassen sich dann Abstän­de zwischen Fahrzeugen überwachen und regeln. Künftig können nicht nur die Fahrzeugpositionen auf ei­nem per WLAN angebundenen Tablet visualisiert wer­den, sondern auch Fahrzeuge bequem per Touchscreen gesteuert werden. Der Fantasie setzt hier nur noch der Geldbeutel Grenzen.

Neuer Spaß: Carrera-App: Zum Jahresende soll die Carrera-Bahn ins App-Zeitalter starten. Auf dem iPad kann man dann beispielsweise Fahrzeuge konfigurieren und den Treibstoffstand oder Rennverlauf verfolgen: hier eine von den ersten auf der Spielwarenmesse präsentierten Screen-Studien. © Stadlbauer Marketing + Vertrieb GmbH / Carrera
Neuer Spaß: Carrera-App: Zum Jahresende soll die Carrera-Bahn ins App-Zeitalter starten. Auf dem iPad kann man dann beispielsweise Fahrzeuge konfigurieren und den Treibstoffstand oder Rennverlauf verfolgen: hier eine von den ersten auf der Spielwarenmesse präsentierten Screen-Studien.

Noch im Prototyp-Stadium befand sich auf der Spiel­warenmesse Anfang Februar die erste Carrera-App für das iPhone 4S bzw. 5 sowie fürs iPad ab der dritten Generation. Die App offenbarte bereits einen reizvol­len Ausblick auf die Möglichkeiten einer Vernetzung zwischen der Rennbahn-Hardware und einer entspre­chenden Software.

Mit der App soll es Carrera-Fans möglich werden, ein eigenes Fahr­zeug-Profil mit Parametern etwa für Bremskraft und Beschleunigungs­verhalten zu erstellen und sich an­schließend direkt mit der Control-Unit-Steuerzentrale an der Carrera-Bahn zu verbinden. Der eigens hierfür konstruierte Bluetooth-Empfänger bildet die Schnittstelle zwischen Control Unit und App. Ist der User „ready to race“, kann er zwischen Training und Rennen wählen und dann auf seiner Bahn mit Freunden Gas geben.

Die App verwandelt das iPhone oder iPad in einen Rennmonitor und zeigt neben persönlichen Daten alle relevanten Informatio­nen zu Tankinhalt, Bremsverhalten und Geschwindig­keit, die bereits im Vorfeld im „Race-Profil“ eingestellt werden können. Gleichzeitig sollen coole Sounds und die Ansage der aktuellen Rennposition echte Motor­sport-Atmosphäre vermitteln.

Auf der Carrera-Bahn können heute dank Digitaltechnik bis zu sechs Autos gleichzeitig fahren und als Zubehör gibt es auch Funk-Handregler. © P.Pernsteiner
Auf der Carrera-Bahn können heute dank Digitaltechnik bis zu sechs Autos gleichzeitig fahren und als Zubehör gibt es auch Funk-Handregler.

Durch einen Blick aufs iPhone oder iPad wird auch der direkte Vergleich mit den Kontrahenten sofort sichtbar. Geplant ist einer­seits der Ausbau der Soundfunktion und andererseits sollen alle Strecken der neuen Carrera-Sets in der App hinterlegt werden. Damit soll dann sogar eine direkte und weltweite Vergleich­barkeit zwischen Heraus­forderern in deren jeweili­gen Hobbykellern er­möglicht werden. Das Speichern der eigenen Strecken- und Rundenzei­ten hilft zudem beim Dokumentieren des persönlichen Trainingsfortschritts.

Robo-Sets eröffnen Spiele ohne Grenzen

Seiner Kreativität vollkommen freien Lauf lassen kann man bekanntlich mit den bunten Lego-Steinen und so manches Lego-Set steht längst nicht mehr nur im Kin­derzimmer. Dazu zählen die rund 200 Euro teuren Spit­zenmodelle der Lego-Technik-Serie ebenso wie der fle­xibel programmierbare Roboter-Bausatz Mindstorms NXT, der sich dank exakt positionierbarer Motoren und vieler anderer Funktionselemente für die unmöglichsten Dinge eignet.

Der ab Herbst 2013 für 350 Euro lieferbare neue Lego Mindstorms EV 3 kommt in coolerem Design und wird massiv aufgerüstet. Als Prozessor dient ein ARM9 mit 300 MHz, während der Vorgänger noch 48 MHz langsam war. Der Flash-Bordspeicher wird von 128 Kilobyte auf 16 MByte mehr als verhundertfacht und der Arbeitsspei­cher umfasst jetzt 64 MByte.

Zudem kann die Speicher­kapazität mit Hilfe einer SD-Karte erweitert werden. Das Betriebssystem wird auf Basis von Linux wesentlich transparenter als bisher und die Programmierung soll mit einem Android-Tablet oder iPad möglich sein. Das für interaktive Bedienhinweise gedachte Display des Ro­boter-Grundbausteins hat mit 178 x 128 Pixeln die dreieinhalbfache Auflösung.

Die integrierte USB-Schnittstelle soll eine WiFi-Kommunikation ermög­lichen – wohl auf Basis eines WLAN-Dongles. Via Bluetooth 2.1 sowie auf Basis einer Infrarot-Schnitt­stelle bestehen weitere Kommunikations- und Steue­rungsmöglichkeiten. Zudem sind diverse neue Smart­phone-Apps für einen schnellen Einstieg in die Fernbe­dienung von Funktionsmodellen geplant.

Auf der Spielwarenmesse Nürnberg wurden bereits erste Prototypen des neuen Lego Mindstorms EV3 vorgeführt. © Pernsteiner
Auf der Spielwarenmesse Nürnberg wurden bereits erste Prototypen des neuen Lego Mindstorms EV3 vorgeführt.

Einen Vorgeschmack darauf bietet bereits der seit 2009 liefer­bare Mindstorms NXT 2.0. Der neue Mindstorms EV 3 verfügt wieder über vier Eingänge für Sensoren und er­hält nun auch auf der Ausgangsseite einen vierten Port zur Realisierung noch komplexerer Motorisierungen. Darüber hinaus soll es möglich werden, über diese I/O-Ports bis zu vier Mindstorms EV3-Grundbausteine mit­einander zu einem komplexen System zu vernetzen.

Auch das bekannte fischertechnik-Baukastensystem bietet schon seit Jahren raffinierte Möglichkeiten zur Automatisierung verschiedener Funktionsmodelle. Die aktuelle intelligente Steuerung ROBO TX Control­ler basiert auf einem ARM9-Prozessor mit 200 MHz Taktfrequenz. Er hat einen Flash-Speicher mit 2 MByte und einen Arbeitsspeicher mit 8 MByte.

Obwohl dieser Controller mit 90 mm x 90 mm x 15 mm sehr kompakt ist, verfügt er über acht Universaleingänge für Senso­ren, vier schnelle Zähleingänge zur Erfassung von bis zu 1000 Impulsen pro Sekunde und vier kurzschluss­feste Motorausgänge. Jeder Motorausgang kann al­ternativ auch beispielsweise zwei Lampen oder zwei Elektromagneten schalten. Der Controller verfügt zudem über ein Display mit 128 x 64 Pixeln und hat zur Kommunikation neben USB 2.0 auch Bluetooth an Bord.

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg demonstrierte fischertechnik erstmals eine in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Würzburg entwickelte Steue­rungs-Applikation für Android-Smartphones. Sie er­möglicht etwa die Fahrsteuerung eines Gabelstapler-Modells oder eines Raupenfahrzeugs mittels Lage­sensor des Smartphones. Per Fingertippen am Touchscreen kann zudem etwa der Staplerarm geho­ben oder gesenkt werden.

Die App RoboTXdroid gibt es bereits kostenlos im Google Play Store und weite­re Apps sind geplant. Zur Programmierung des ROBO TX Controllers bietet fischertechnik eine grafische, intuitiv bedienbare Pro­grammieroberfläche und Profianwender können die Programmiersprache C++ nutzen.

Sehr interessant ist schließlich noch, dass der ROBO TX Controller mit Hilfe seiner I2C-Schnittstelle auch sehr flexibel erwei­tert werden kann – beispielsweise durch externe Sen­soren oder Displays. Hierzu zählen unter anderem die C-Control-Automatisierungskomponenten von Con­rad Electronic.

WLAN-Spaß für unter 100 Euro

Ganz anders als die Roboter-Bausätze nutzbar, aber ebenfalls sehr reizvoll sind schließlich zwei Fahrzeugmodelle mit WLAN-Fernsteuerung aus dem aktuellen Katalog des Elektronikversenders Pearl. Obwohl das Kamera-Auto WLC-240.WiFi von Simulus dort für nur knapp 80 Euro bestellbar ist, bietet es viel Fahrspaß – ganz einfach per iPhone, iPad oder Android-Smartphone.

Dank integrierter Kamera mit Live-Videostream zum Smartphone kann man mit dem pfiffigen Mars-Ro­ver die Landschaft sogar aus der Fahrerperspektive er­kunden. Das 24,5 cm lange und 19 cm breite Fahrzeug ist dank zweier Gummi-Zahnriemen geländegängig und bringt mit sechs separat zu beschaffenden AA-Akkuzel­len ein knappes Kilogramm auf die Waage.

Wird das Auto eingeschaltet, stellt es einen eigenen WLAN-Router zur Direktverbindung mit einem Smart­phone bereit. Zur Fernbedienung ist lediglich die kos­tenlos herunterladbare App i-spy toys erforderlich, und als Smartphone genügte im Test sogar das für knapp 130 Euro erhältliche Dual-SIM-Einsteigergerät SP-100 von Pearl mit seinem 3,5-Zoll-Touchscreen.

Mit Hilfe einer Android- App konnte dieser Gabelstapler von fischertechnik bereits auf der Spielwarenmesse per Handbewegung gefahren werden. © P.Pernsteiner
Mit Hilfe einer Android- App konnte dieser Gabelstapler von fischertechnik bereits auf der Spielwarenmesse per Handbewegung gefahren werden.

Wird die App gestartet, sieht man ein erstaunlich schar­fes Farbbild von der auf dem Fahrzeugdach integrierten Kamera. Unten links im Display befindet sich ein virtuel­ler Steuerknüppel zum Vorwärts- bzw. Rückwärtsfahren. Ein weiterer Steuerknüppel rechts löst die Links- oder Rechtsdrehung am Platz aus.

Zwischen beiden Knüp­peln gibt es noch zwei Tasten, die das motorisierte Aus- und Einfahren der Kamera ermöglichen. Dabei wird die Kamera gleichzeitig um bis zu 45 Grad nach oben ge­schwenkt. Die Bewegungen werden sofort ausgelöst, das Bild hinkt allerdings manchmal etwas hinterher – insbesondere, wenn man in etwa zehn Metern Entfer­nung langsam an die Reichweitegrenze stößt.

Die Smartphone-App kann aber noch mehr – sie er­möglicht sogar, dass man per Fingertipp einen Foto­schnappschuss oder eine Videoaufzeichnung im Smartphone-Speicher aktiviert. Bilder werden dabei als JPG-Datei mit 640 x 480 Pixeln gespeichert und Videos als MJPG-Datei. Und wenn das Android-Smart­phone (wie etwa das iPhone und der iPod touch) auch noch über einen Bewegungssensor verfügt, fährt das Raupenauto sogar per Handbewegung.

Hubschrauber mit Kamera

Noch faszinierender ist die WLAN-Fernsteuerung des Kamera-Helikopters GH-303.Wifi, den man für knapp 100 Euro ebenfalls bei Pearl bekommt. Das 255 Gramm leichte Hubschraubermodell ist 45 cm lang und seine beiden Rotoren haben 34 cm Durchmesser. Hier befin­det sich die Kamera unter dem Cockpit und kann ma­nuell in der gewünschten Neigung fixiert werden.

Die sehr feinfühlige Steuerung des Modells kann ebenfalls wahlweise per Touchscreen oder per Bewe­gungssensor erfolgen, allerdings ist die kostenlose 4 in 1 Controller App nicht für Android, sondern momen­tan nur für iPad, iPhone oder iPod touch verfügbar. Auch hier ist die Bildqualität angesichts des Preises für dieses High-Tech-Spielzeug erstaunlich.

Ob allerdings das fliegende Auge des Helikopters auf Dauer Spaß bereitet, muss jeder für sich selbst ent­scheiden und hängt natürlich sehr von den Flug-Er­fahrungen des Piloten ab. Und vor allem ist der Flug­spaß mit dem im Hubschrauber versteckten Akku pro Ladung auf etwa sechs bis sieben Minuten beschränkt, während das Auto locker eine Stunde und mehr auf Erkundungen unterwegs sein kann.

 


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