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Hier spielt die Musik Musik-Streaming-System von Philips

Hören Sie, was Sie wollen und wo Sie wollen. Das Streaming-System Fidelio Wireless HiFi von Philips bringt Musik in jeden Raum. Zum Abspielen genügt ein Smartphone. Die Funklautsprecher holen ihr Programm aber auch vom PC – oder direkt aus dem Internet.

Fidelio Wireless HiFi von Philips
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© Hersteller/Archiv

Stereoanlagen gehören in die 1980er. Wer trägt heute noch CDs oder Vinylschallplatten durch die Gegend und setzt sich zum Musikhören vor ein Paar Hi-Fi-Boxen? Das Wunschprogramm ist längst digitalisiert, auf dem PC gespeichert und per Handy oder Tablet immer dabei. Da kommen Streaming-Lösungen wie Fidelio Wireless HiFi gerade recht.

Das Philips-System ist gewissermaßen eine Stereoanlage für die Generation Smartphone: Statt vieler Einzelbausteine und Boxen, die umständlich per Kabel verbunden werden müssen, gibt es Funklautsprecher. Die stehen per WLAN mit dem heimischen Router in Kontakt und empfangen von dort ihr Musikprogramm. Je nach Raumgröße und klanglichem Anspruch stehen drei Modelle zur Wahl: vom kleinen Tischlautsprecher A3 für 250 Euro über den A5 (Preis: 350 Euro) bis hin zum Stereopärchen A9 (550 Euro).

Philips Fidelio A3
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Kleinkunst: Der knapp 30 Zentimeter breite und 18 cm hohe A3 ist die Klangüberraschung im Lautsprecher-Trio. Mit zwei passiven Bassmembranen auf der Rückseite verleiht er der Musik ein beeindruckendes Tiefton-Fundament. Er sollte allerdings nicht zu dicht vor einer Regalwand und auf einem stabilen Untergrund stehen, weil sich sonst bei höherer Lautstärke Schwingungen auf die Möbel übertragen.

CONNECTED HOME hat alle drei ausprobiert. Das Ergebnis: So schnell und einfach spielt die Musik mit kaum einer Stereoanlage. Zwei Brücken in die Vergangenheit schlägt Philips aber trotzdem: Der HiFi-Link A1 (für 150 Euro) bringt als Netzwerk-Player die Musik auf vorhandene Stereo-Verstärker und AV-Anlagen. Der kabellose HiFi-Receiver A2 (Preis: 300 Euro) verwandelt mit 2 x 50 Watt Verstärkerleistung normale Stereoboxen in ein funkendes Komplettsystem.

Alle fünf Bausteine lassen sich beliebig im Heimnetzwerk kombinieren. Nur die Übertragungskapazität des WLAN setzt der Zahl möglicher Wiedergabegeräte Grenzen. Zur Not haben die Fidelio-Geräte aber noch Ethernet-Buchsen. Darüber können sie per Netzwerkkabel oder Powerline Musik empfangen – falls das Funknetz in der Wohnung schwächelt.

Der kleine A1 ist zum Anschluss an die Stereoanlage gedacht. Der größere A2 hat einen eigenen Verstärker – allerdings auch einen gut hörbaren Lüfter.
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© Hersteller
Der kleine A1 ist zum Anschluss an die Stereoanlage gedacht. Der größere A2 hat einen eigenen Verstärker – allerdings auch einen gut hörbaren Lüfter.

Woher kommt das Programm?

Viele Bedienelemente gibt es an den sanft gerundeten Gehäusen nicht: eine Wippe zur Lautstärkeregelung, fünf Stationstasten für Webradiosender und die Möglichkeit, externe Quellen wie MP3-Spieler anzuschließen – das war’s. Mehr ist auch nicht nötig, weil die Fidelio-Serie auf Befehle vom Smartphone oder Tablet reagiert: Die kostenlose Philips-App AirStudio verwandelt Android- und iOS-Geräte in eine Fernbedienung.

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei um kein Programm für Apples AirPlay-Technologie. iPhone, iPad und iPod touch sind nicht von Haus aus kompatibel – sie benötigen AirStudio, um Musik auf die Funklautsprecher schicken zu können. Das liegt am Streaming-Standard: Philips verwendet Universal Plug and Play (UPnP): ein System, das Apple nicht unterstützt. Die AirStudio App bringt UPnP quasi huckepack mit aufs Gerät. Danach lassen sich Songs abspielen, die auf dem Tablet oder Smartphone gespeichert sind.

Und nicht nur die: Dank UPnP erscheinen sämtliche Musikquellen in der App, die zu Hause den Standard unterstützen – etwa PCs mit Windows Media Player oder Netzwerk-Festplatten. Die Philips-Player spielen fast alle Audio-Formate ab (AAC, MP3, WAV, WMA und FLAC), nur keine High-Resolution-Dateien mit 24 Bit und 88,2 kHz Auflösung oder mehr.

Musik aus dem Internet: Im Dienste-Menü der App finden sich neben den Eingängen des jeweiligen Geräts auch Online-Musikangebote wie Napster.
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© Hersteller
Musik aus dem Internet: Im Dienste-Menü der App finden sich neben den Eingängen des jeweiligen Geräts auch Online-Musikangebote wie Napster.

Doch selbst, wer keinen einzigen Song als Datei besitzt, kann mit Fidelio sein Wunschprogramm hören: Das System zapft übers Internet den Webradiodienst TuneIn an. Mehr als 30.000 Sender stehen so laut Philips zum Abruf bereit. Fünf davon lassen sich individuell auf Stationstasten am Gerät legen und sind damit jederzeit hörbereit, auch ohne Smartphone. Hinzu kommen die Musikdienste Deezer, Napster und Spotify. Deren Abonnenten dürfen sich mit ihren Zugangsdaten direkt in der App anmelden und haben danach Zugriff auf Millionen Titel. Das nötige Abo kostet bei allen dreien knapp 10 Euro im Monat.

Auspacken, aufstellen, abspielen

Wer ein Smartphone bedienen kann, kommt auch mit Fidelio Wireless HiFi auf Anhieb klar. Er muss nur die AirStudio App auf seinem Mobilgerät installieren und die Anleitung am Bildschirm befolgen. Nach wenigen Minuten signalisiert eine weiße LED am Gerät: Die WLAN-Verbindung steht. In der App reihen sich nun am oberen Bildschirmrand alle Fidelio-Geräte auf, die mit dem Netzwerk verbunden sind. Unten erscheinen die Musikquellen, also UPnP- Server aber auch das eigene Smartphone oder Tablet.

Stromkabel anschließen
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1. Stromkabel anschließen

Sobald das Fidelio-Gerät an der Steckdose hängt, lässt sich mit der Taste WiFi Setup auf der Rückseite die Einrichtung starten. Das klappt immer – egal, ob die farbige Funktions-LED Startbereitschaft (gelb), Standby (grün) oder eine bereits aktive WLAN-Verbindung (weiß) signalisiert.

Zur Wiedergabe genügt ein Fingerstrich von der gewünschten Quelle zum Lautsprecher, der das Programm wiedergeben soll. Sofort erscheint ein Auswahlmenü mit den Titeln und Alben des jeweiligen Musikspeichers – einen Eintrag auswählen, antippen und los geht’s. Dieses Spiel lässt sich mit allen Quellen und Playern am Bildschirm wiederholen – solange, bis jedes Fidelio-Gerät sein eigenes Musikprogramm spielt.

Rein theoretisch klappt die Wiedergabe eines Songs auch auf mehreren Lautsprechern gleichzeitig. Die App fragt beim zweiten Fingerstrich automatisch nach, ob dieselbe Quelle auf beiden Playern spielen soll. Im Test lief die Musik dann aber nicht synchron, sondern um mehrere Sekunden zeitversetzt – für eine Party-Beschallung ist dieser Kanon eher ungeeignet.

AirStudio: Die Philips-App zeigt ausgewählte Musiktitel in einer Wiedergabe liste an (rechts im Bild). Ein Fingertipp auf das Minuszeichen am Ende der Zeile löscht den Song wieder. Ansonsten spielt der Lautsprecher die Liste Eintrag für Eintrag ab.

Auch sonst bietet die Software noch Raum für Verbesserungen. So braucht die App nach Spielpausen oft ein paar Sekunden, bis sie Kontakt zu den Lautsprechern wiedergefunden hat. Während der Wiedergabe gönnt sie sich gelegentlich kurze Denkpausen.

Und es gibt keine zentrale Taste zum Stummschalten des Systems: Zwar lassen sich alle UPnP-Verbindungen mit einem Querstrich über den Bildschirm trennen. Musik aus dem Internet, etwa von Napster oder Webradio, läuft dann aber weiter. Solche Quellen sind im Dienste-Menü einsortiert und müssen dort für jeden Lautsprecher einzeln zu- und abgeschaltet werden. Das ist etwas zeitraubend, wenn plötzlich das Telefon klingelt.

Guter Klang aus allen Kanälen

Solche Schwächen dürften per Software-Update aber leicht auszuräumen sein. Wichtiger ist, dass die technische Basis stimmt, und hier zeigt Fidelio Wireless HiFi, was es kann. Die Lautsprecher sind stromsparend konstruiert: Ihr Standby-Verbrauch zwischen 3,4 Watt (A3) und 4,5 Watt (A5, A9) ist nur etwa halb so hoch wie beim Konkurrenten Sonos. Das macht aufs Jahr gerechnet schnell 10 Euro auf der Stromrechnung aus – pro Funkbox in der Wohnung.

Sonos: Die Geräte des bekanntesten drahtlosen Musiksystems bauen ihr eigenes Funknetz auf. Vorteil: Selbst Stereo-Aufstellungen mit zwei Boxen kommen ohne Verbindungskabel aus. Kosten: ab 300 Euro plus 50 Euro für die Funkbasis.
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Sonos: Die Geräte des bekanntesten drahtlosen Musiksystems bauen ihr eigenes Funknetz auf. Vorteil: Selbst Stereo-Aufstellungen mit zwei Boxen kommen ohne Verbindungskabel aus. Kosten: ab 300 Euro plus 50 Euro für die Funkbasis.

Auch klanglich braucht sich Philips vor dem Streaming-Pionier nicht zu verstecken: Im Hörtest mit dem vergleichbaren Sonos Play:5 (um 400 Euro) spielte der A5 noch etwas basskräftiger auf und schaffte höhere Lautstärken, ohne zu verzerren oder den Untergrund in starke Schwingung zu versetzen. Dafür gelang dem Play:5 die Abbildung von Stimmen etwas plastischer und atürlicher.

Und Philips hat noch das Boxen-Duo A9 im Programm: Damit klingt Musik so weiträumig, wie langjährige HiFi-Fans es gewohnt sind – von ihrer Stereoanlage aus den 1980ern.

Im linken Lautsprecher des Stereo-Duos A9 sitzen Funkempfänger und Verstärker. Die rechte Box wird per Kabel angeschlossen.
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Im linken Lautsprecher des Stereo-Duos A9 sitzen Funkempfänger und Verstärker. Die rechte Box wird per Kabel angeschlossen.

 
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