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Selbstbauprojekte Haussteuerung mit Infarot

Gebäudeautomation und Unterhaltungselektronik folgen unterschiedlichen Standards. Das hier vorgestellte Projekt zeigt, wie sich quasi alle Geräte der Unterhaltungselektronik für wenig Geld in die Gebäudesteuerung einbinden lassen.
IRTrans, MyHomeControl, Client, EnOcean, aktoren © connected-home

Fernbedienungen sind lästig. Wenn dann ein ganzer Zoo dieser kleinen Tastaturen auf dem Wohnzimmertisch liegt - eine für den Fernseher, eine für den Sat-Empfänger, eine für den Verstärker, eine für den DVD- oder Blue-ray-Player und eine für das Digital- und Web-Radio -, wird es unübersichtlich. Multi-Remote-Controls verringern zwar die Anzahl der Tastaturen auf dem Tisch, die Bedienung wird dadurch aber nicht unbedingt einfacher.

Einige dieser Universalfernbedienungen bieten Makros. Die Programmierung der Makros oder Szenen ist oft nervig, im Betrieb bieten sie allerdings einen guten Komfort. Mit Druck auf den einen "TV-Makro-Knopf" starten Sat-Receiver, TV-Gerät und Soundsystem. Ein- und Ausgänge werden automatisch richtig geschaltet.

Ein Druck auf das "DVD-Makro" schaltet den Sat-Receiver aus und den DVD-Player ein, und die Tonkanäle schalten sich automatisch um. Die Logitech Harmony als prominentester Vertreter dieser Geräteklasse ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch wirklich komfortabel und schön wird es erst, wenn sich auch die Haustechnik in die Makros einbinden lässt.

IRTrans-Infrarot-Sender/-Empfänger für LAN © connected-home
IRTrans-Infrarot-Sender/-Empfänger für LAN

Da wir an den Unterhaltungselektronikgeräten keine Eingriffe vornehmen können oder sollten, bietet es sich an, diese - wie mit der Fernbedienung - per Infrarotsignale zu steuern. Ein programmierbarer Infrarotsender simuliert dabei die diversen Fernbedienungen. Er erhält seine Befehle vom Gebäuderechner über das lokale Netzwerk (LAN).

Das wohl bekannteste Produkt dieser Gattung ist IRTrans. Das kleine Kästchen gibt es in verschiedenen Ausprägungen mit LAN, WLAN, serieller Schnittstelle und für spezielle Infrarotfrequenzen. Eine umfangreiche Bibliothek kennt bereits viele Infrarot-Codes. Fehlende Codes lassen sich nachträglich recht einfach anlernen.

Weitere technische Details finden Sie unter IRTrans-Fakten. Das im Praxisbeispiel verwendete IRTrans-Modul verfügt über einen Netzwerk-Anschluss und ist dadurch Bestandteil des Heimnetzes.

Das Musterprojekt

Unser Musterhaus verfügt über ein Funk-Bus-System, das auf der bekannten EnOcean-Technologie basiert. Rollläden, Licht, Heizung und die Gartenbewässerung sind durch die Visualisierungs- und Steuerungs-Software MyHomeControl von BootUp verknüpft.
Die manuelle Steuerung erfolgt über einen Touch-Bildschirm, ein 10-Zoll-Android-Tablet und ein Smartphone mit Android-Betriebssystem. Dieses System soll nun erweitert werden.

Es soll eine Funktion erstellt werden, die per Fingertipp den Fernseher und das Soundsystem einschaltet. Gleichzeitig sollen die normalerweise abhängig vom Sonnenstand und von der Außenhelligkeit gesteuerten und dem TV-Gerät gegenüberliegenden Rollläden heruntergefahren und das LED-Licht hinter dem Fernseher eingeschaltet werden.

Eine zweite Funktion soll den DVD-Player, das Soundsystem und den Fernseher ein- sowie die Bild- und Tonkanäle entsprechend umschalten. Rollo und Licht werden wie oben beschrieben einbezogen.

Und eine dritte Szene schaltet alles aus und lässt die Rollläden hochfahren.

Mit IRTrans und MyHomeControl lassen sich die Haussteuerung und das Entertainment-Programm verknüpfen. © connected-home
Mit IRTrans und MyHomeControl lassen sich die Haussteuerung und das Entertainment-Programm verknüpfen.


Inbetriebnahme

Das IRTrans-Modul verfügt über eingebaute leistungsstarke Infrarotdioden. Diese sind viel stärker als die von batteriebetriebenen Fernbedienungen. Die Wahl des Aufstellungsortes ist daher unkritisch.

In unserem Falle befindet sich das Kästchen sogar unter dem Fernseher und strahlt gegen die gegenüberliegende Wand. Die reflektierten IR-Signale reichen aus, um die Unterhaltungselektronik zu bedienen.

Soll das Modul "versteckt" werden, ist über eine Klinkenbuchse eine externe Diode anschließbar. Umgekehrt lassen sich die Hi-Fi-Bausteine in einem Möbel verstecken. Das IRTrans-Modul oder die externe Infrarotdiode wird dann im Möbelstück bei den Hi-Fi-Geräten untergebracht, um diese zu steuern.

Der Aufbau der Szenen

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Für unser Demoprojekt verwenden wir die Gebäudesteuerungs- und Visualisierungs-Software MyHomeControl von BootUp. Wir legen einen Raum an, in diesem Fall Wohnzimmer, und ziehen aus dem Geräte- und Funktionsmagazin die benötigten EnOcean-Komponenten und Funktionen.

Dies ist ein Beschattungsblock aus Funktionen. Der Beschattungsblock erhält einen Außenlichtsensor, einen Außentemperaturmesser und ein Innenthermometer. Alle Sensoren kommen in unserem Beispiel aus dem Bereich 868 MHz von Thermokon.

Die Ausgänge der Sensoren werden mit den Eingängen des Steuerblocks verbunden und die gewünschten Werte eingegeben. Etwa, wie warm es im Sommer im Raum werden darf, bevor die Rollläden die Fenster beschatten. Den Ausgang des Beschattungsblocks verknüpfen wir mit den Rollo-Aktoren für die beiden Fenster. Die Aktoren finden Sie im Bereich Jalousie etwa bei PEHA.

Unsere automatische Rollladensteuerung würde nun bereits funktionieren. Damit die Rollläden auch zeitgesteuert hoch-/herunterfahren, ergänzen wir die Installation um eine Schaltuhr aus dem Bereich Funktionen. Den Ausgang verbinden wir mit den Eingängen der Rollo-Aktoren und legen in der Schaltuhr die Uhrzeiten für die Jalousiensteuerung fest.

Szenensteuerung: Rollos, Licht und Multimedia © connected-home
Szenensteuerung: Rollos, Licht und Multimedia

Nun suchen wir im Bereich Funktionen den Block Szenen und ziehen ihn auf die Arbeitsfläche. Wir nehmen einen Vierfach-Schalter, etwa den generischen Taster RCM250 aus dem EnOcean-868-MHz-Bereich und verbinden seine vier Ausgänge mit drei Eingängen des Szenenblocks.

Jetzt erscheinen im Szenenblock vier Spalten: eine Teilnehmer- und drei Szenenspalten. Die letzteren benennen wir in S1-TV, S2-DVD und S3-Aus um. Der Szenenblock verfügt über einen Ausgang. Diesen verbinden wir mit allen an den Szenen teilnehmenden Elementen. Bisher sind dies die Rollläden der beiden Fenster.

Jetzt kommt der IRTrans-Baustein ins Spiel. Er nennt sich IR-Gerät und liegt im Verzeichnis Spezial. Der Block kann dazu verwendet werden, Infrarotbefehle zu senden oder zu empfangen.

Dann wählen wir die zuvor angelernte Fernbedienung aus und dann die gewünschten Aktionen. In diesem Fenster lassen sich noch weitere Funktionen anlernen. Die Ausführen-Blöcke benennen wir um in DVD-Ein, Samsung-TV-Ein, Pioneer-Sound etc.

Zum Schluss wollen wir erreichen, dass eine LED-Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers dann eingeschaltet wird, wenn die TV- oder die DVD-Szene gestartet wird. Dazu installieren wir einen 230-Volt-Schaltaktor und nennen ihn LED.

Auch diesen verbinden wir mit dem Szenenblock. In der Szenentabelle setzen Sie die "1" wenn der entsprechende Infrarotbefehl gesendet werden soll, oder die "0", wenn nichts gesendet werden soll. Fertig!

Zum Starten der Szenen verwenden Sie den Vierfach-Szenen-Taster, ein Smartphone oder Tablet mit Browser und rufen das MyHomeControl-Projekt auf oder starten die Szenen vom Touch-Bildschirm des Hausrechners. Und nun viel Spaß ohne die klassischen IR-Fernbedienungen!

Infrarot-Befehle

Infrarot-Kommandos können nicht nur gesendet, sondern auch empfangen werden. So lassen sich - umgekehrt wie in unserem Beispiel - Infrarot-Fernbedienungen dazu verwenden, Funktionen der Gebäudetechnik auszuführen. IRTrans empfängt und decodiert. Das Ergebnis landet per IP in MyHomeControl und führt etwa dazu, dass das Licht an- oder ausgeschaltet wird.

 


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