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Vergleichstest Fünf Soundbars im Test

Kreuzt man zwei Megatrends, erhält man die familienfreundliche Heimkino-Lösung: einen Soundbar mit Streaming-Funktion. Kaum zu glauben, wie unterschiedlich die Hersteller bei der Umsetzung vorgehen. Wir haben fünf Klangbalken im Test für Sie.

Vier Soundbars im Test
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© Hersteller/Archiv

Soundbars sind im Moment schwer ange­sagt. Kein Wunder, bieten sie doch ver­blüffenden Surround-Spaß von DVD und Blu-ray am Fernseher und entspanntes Langzeithören mit Musik. Was liegt also näher, als die Klangbalken mit einer Strea­ming-Funktion für Songs am laufenden Band auszu­statten?

Es kommen immer mehr Soundbars auf den Markt, die Musik von Smartphones, Tablets, dem Heim­netzwerk oder aus dem Internet streamen können. Grund genug für CONNECTED HOME, sich einige in­teressante Vertreter dieser smarten Spezies genauer anzuschauen sprich anzuhören.

Zwar gibt es entsprechende Angebote mit Audio-Streaming von Bluetooth-Handys bereits im Bereich um 300 Euro. Doch wer auf lange Sicht klanglich seine Freude an seinem Klangriegel haben möchte, der soll­te schon etwas mehr Geld investieren. Schließlich ist selbst ein Preis von 1.000 Euro vergleichsweise günstig, wenn man bedenkt, dass eine Reihe von konventionellen Geräten dadurch überflüssig wird: AV-Receiver samt einer Bat­terie von Boxen werden durch einen einzigen Front-Lautsprecher ersetzt. Das schont die Brieftasche und sieht viel besser aus – von der simplen Aufstellung und Handhabung ganz abgesehen.

Kurz & Knapp

  • Airplay
    Apple Air Play
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    © Hersteller/Archiv

    Der Apple-Standard bietet in sehr guter Klangqualität unkompliziertes WLAN-Streaming direkt aus dem Standard-Player des iPhones. Auch für Android-Handys gibt es eine App.

  • Bluetooth
    Bluetooth
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    Der weit verbreitete Standard zur lokalen Drahtlos-Verbindung von PCs und Smart Devices bietet intuitive Handhabung, erfordert aber Einschrän - kungen bei Klang und Reichweite.

  • DLNA-Zertizierung
    DLNA Logo
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    © Hersteller/Archiv

    Der Standard der Digital Living Network Alliance soll Käufern zertifizierter Geräte garantieren, dass sie untereinander streamen können.

Drei kommen in Begleitung

Wer angesichts der filigranen Erscheinung solcher schlanken Klangbalken Bedenken wegen der Bass- Wiedergabe bei Hollywood-Spezial-Effekten hegt, kann beruhigt sein: Die Soundbars von JBL, Teufel und Yamaha bringen ein separates Bassmodul mit und der Sonos PlayBar lässt sich mit einem Netzwerk-Subwoo­fer erweitern. Ideal für das eigene Heimkino. Nur der Libratone Lounge muss allein zu­rechtkommen.

In Sachen Streaming kocht jeder sein eigenes Süpp­chen: JBL begnügt sich mit Bluetooth. Libratone arran­giert sich mit AirPlay. Sonos – sofern drahtloses Strea­ming statt kabelgebundenem LAN ansteht – hat eine exklusive Lösung. Teufel schnürt ein Bündel aus seiner WLAN-basierenden Raumfeld-Multi-Room-Lösung und dem bewährten THX-Soundbar. Und Yamaha legt seinem Set einen Wireless-Transmitter bei, der die Mu­sik im unkomprimierten PCM-Format (Pulse Code Mo­dulation) in CD-Qualität vom iPhone, PC oder Mac an den Soundbar sendet.

Die simpelste Lösung, die auch Laien intuitiv beherr­schen, bietet JBL: einfach Soundbar und Handy ein­schalten, den mit dem Bluetooth-Logo eindeutig ge­kennzeichneten "Pairing"-Knopf drücken und am Han­dy das amerikanische Musik-System anwählen. Das war‘s. Das ist konsequent, denn hier herrscht unabhän­gig vom Handy- oder PC-Betriebssystem die größte Kompatibilität, und in Verbindung mit dem äußerst günstigen Preis empfiehlt sich der SB 400 im Test für an­spruchsvolle Einsteiger.

Zubehör-Spezialist Hama hat für 30 Euro eine vielseitige Halterung im Programm, mit der sich Soundbars direkt am Fernseher aufhängen lassen.
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Zubehör-Spezialist Hama hat für 30 Euro eine vielseitige Halterung im Programm, mit der sich Soundbars direkt am Fernseher aufhängen lassen.

Der Nachteil dieser Lösung: Bluetooth wurde für draht­lose Kommunikation im Nachfeld konzipiert und oben­drein nicht für höchste Klangqualität ausgelegt. Doch unterm Strich überzeugt das Klangergebnis, das einen knackigen, konturierten und basskräftigen Sound er­möglicht. In normalen Wohnungen sollte auch die Reichweite von Bluetooth kein Problem darstellen. Der einzige Kritikpunkt: Beim Streamen vom iPhone kam es vereinzelt vor, dass beim Sprung zwischen den Titeln die Verbindung zum SB 400 abriss. Wegen der vorbild­lichen Handhabung war der erneute Verbindungsauf­bau aber keine große Sache.

Etwas schwieriger geht es da schon beim Libratone Lounge zu. Doch die Entwickler schufen so etwas wie die Mutter aller modernen Papier-Bedienungsanleitun­gen, die es den unterschiedlichen Benutzergruppen er­spart, sich ewig durch Instruktionen zu kämpfen, die für sie irrelevant sind. Dafür ist das Netzwerk-Setup des Lounge-Lautsprecher-Systems via Webbrowser nicht gerade trivial und der Verzicht auf eine Fernbedie­nung macht zunächst einmal den Download einer Smartphone App für iOS-Geräte erforderlich.

Wer darauf keine Lust hat und nach dem Auspacken erst ein paar Takte Musik mit seinem todschicken, in Kaschmir gehüllten Designer-Riegel genießen möchte, der kann dank Apples AirPlay-Technologie auch kurzen Prozess machen. Dazu genügt es, das WLAN am iDe­vice oder Mac zu aktivieren und den Libratone direkt anzuwählen. Anschließend steht er im iPod-Player oder in iTunes als AirPlay-Lautsprecher bereit.

Allerdings stehen so nicht alle Funktionen des schicken Dänen zur Verfügung. Und schließlich bedient er ja auch jene, die Smartphones oder Tablets mit Android-Betriebs­system oder Windows-Rechner verwenden. Für jene Nutzer unterstützt er den gängigen DLNA-Standard. Ansonsten müssen sich Android-Benutzer eine Drittan­bieter-App besorgen, etwa Twonky Mobile.

Bevor jene auf ihre Kosten kommen, die sich mit dem Teufel-System einlassen, gilt es zunächst einmal, Strip­pen zu ziehen – und zwar nicht nur beim kabelgebun­denen Subwoofer. Die gesamte Netzwerk-Konnektivi­tät wurde von den Berlinern ausgelagert. Sicherlich gibt es elegantere Lösungen. Doch von der Leistungsfähig­keit her ist Teufels Konzept absolute Spitze. Der Raum­feld Connector besitzt sogar einen Analog-Eingang, über den sich Musik von Hochpegel-Quellen an den eingebauten Analog-Digital-Wandler weiterreichen und anschließend im gesamten Netzwerk verteilen lässt.Selbst eine LAN-Buchse und ein USB-Anschluss sind an diesem Außenborder vorhanden.

Mit dem im Set enthaltenen Netzwerk-Modul eröffnet das Teufel- Paket den Einstieg in die Multi-Room-taugliche Raumfeld-Welt – zum Beispiel mit App-gesteuerten Aktiv-Lautsprechern für weitere Räume.
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Mit dem im Set enthaltenen Netzwerk-Modul eröffnet das Teufel- Paket den Einstieg in die Multi-Room-taugliche Raumfeld-Welt – zum Beispiel mit App-gesteuerten Aktiv-Lautsprechern für weitere Räume.

Mit Raumfeld lassen sich Musikdateien aus dem Netz­werk, von einem NAS-System oder von der Festplatte oder einem USB-Stick in den Formaten MP3, WAV, FLAC, OGG Vorbis, ASF, WMA und AAC wiedergeben. Dank Gapless-Playback gibt es zwischen den Titeln keine technisch bedingten Pausen – etwa bei Live-Aufnahmen. Direktes Streaming von Android-Smart­phones und -Tablets ist ebenso möglich wie das Zu­sammenspiel mit Computern, auf denen iTunes instal­liert ist.

Und das System holt neben Internet-Radio eine Reihe von Online-Musikdiensten wie Simfy, Napster oder Last.FM ins Wohnzimmer. Das DLNA-kompa­tible Raumfeld-System kann obendrein auch Songs von UPnP-fähigen Media-Playern wie dem Windows Media Player 12 oder Twonky verlustfrei zum Soundbar streamen.

Qualität statt Simplizität steht auch bei Yamaha im Vor­dergrund. Der japanische Hersteller hat seine eigene AirWired-Technologie entwickelt, um die Audiodaten im linearen PCM-Format unkomprimiert an den Soundbar zu funken. So weit, so smart. Doch wer schön hören will, muss leiden: Der Kunstkniff macht einen eigenen Sen­der erforderlich. Deshalb liegt jedem YSP-4300 ein Wireless Transmitter YIT-W12 bei. Der lässt sich an dem bis zur vierten Generation des iPhones verwendeten Dock Connector aufstecken oder durch ein USB-Kabel am Mac oder PC anschließen.

Zum Trost für alle, denen das zu unpraktisch ist oder die ein iPhone 5 mit Light­ning-Anschluss besitzen, sei bemerkt, dass sich auf der Vorderseite des YSP-4300 ein USB-Anschluss zum di­rekten Streaming von Smartphones oder USB-Sticks befindet. Zudem gehört er zu den wenigen Soundbars mit integriertem Radio. Und das liefert auch Musik rund um die Uhr.

Fazit

Was heute in smarten Bars steckt, musste man früher teuer bezahlen. Für einen Preis zwischen 500 und 1.500 Euro gibt es ernsthafte Alternativen zu diskreten AV-Systemen. Kein Wunder also, wenn sich hier ein Boom entwickelt.

 
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